Die bisher nie dagewesene Transformation der PES-Reihe zu eFootball

Die bisher nie dagewesene Transformation der PES-Reihe zu eFootball

Es ist sicherlich nicht übertrieben, dass die Transformation von PES zu eFootball der größte Moment in Konamis Fußballgeschichte ist. Im vergangenen Jahr stellte die größte Neuigkeiten dahingehend noch dar, dass Konami ein Jahr Pause einlegt, um auf die Unreal Engine umzusteigen. Heute wissen wir, dass es um viel mehr ging: Ein neuer Name, die Zukunft als rein digitaler Download, der Umstieg auf Free-to-Play und die Crossplay-Kompatibilität zwischen verschiedenen Konsolen, PC und mobilen Endgeräten sowie Konsolen der letzten und neuesten Generation.

In den vergangenen Jahren mögen Games wie Call of Duty auf den Free-to-Play-Markt geprescht sein, der Umstieg von PES auf eFootball mag aber eines der größten Ereignisse dieser Art für eine etablierte Spielereihe sein. Da kann selbst Call of Duty nicht mithalten. Weshalb man bei Konami davon ausging, dass diese große Veränderungen auch mit einer Namensänderung einhergehen musste, scheint offensichtlich zu sein, wenngleich eFootball fast ein wenig klobig und für PES-Fans absolut gewöhnungsbedürftig klingt.

Wir hatten die Gelegenheit, kurz vor der Ankündigung mit Seitaro Kimura, einer Schlüsselperson hinter der Reihe, zu sprechen. “Wir begannen mit den Planungen dieses Umstiegs vor rund zwei Jahren, als sich auch der Umstieg auf die neue Konsolengeneration und Veränderungen auf dem Markt abzeichneten.” Laut Kimura hätte der große Erfolg von PES Mobile als Blaupase für den Umstieg fungiert. “Ich denke, wir hatten bereits bewiesen, dass diese Struktur im mobilen Bereich erfolgreich sein kann. Indem wir dasselbe Modell auf alle Plattformen anwesen, hoffen wir, dass mehr Fußballfans die Möglichkeit haben werden, dieses Spiel auch auf Konsolen zu spielen.”

Natürlich gibt es bei diesem mobilen Ansatz auch Bedenken, die vor allem jene äußern, die auf eine vollumfassende PES-Konsolenerfahrung hoffen. Aber keine Sorge, so Kimura: “Unser erster Gedanke bei den Spielen gilt der Konsole. Wir nehmen dann exakt diese Erfahrung und stellen Sie auf mobilen Geräten zur Verfügung. In anderen Worten, erstellen wir keine Spiele für mobile Geräte, aber wir arbeiten daran, das mobile Gaming konsolenartiger zu gestalten.”

Auf das Gameplay mag das zutreffen, aber ein Spiel zu schaffen, das mit anderen PS5- und Xbox Series X-Titeln mithalten und zugleich mobile Geräte beidenen kann, ist natürlich alles andere als einfach. Doch Kimura beteuert:

“Wir möchten unsere Fans bitten, sich darüber keine Gedanken zu machen. Wir haben viel auf uns genommen, um die visuelle Qualität des Spiels entsprechend der Hardware des jeweiligen Gerätes sicherzustellen.”

Kimura erklärt, dass man sich auch deshalb für die Unreal Engine entschieden hätte. “Das Entwicklungstempo mit Unreal Engine ist eines der schnellsten unter allen Game-Engines. Die Skalierbarkeit eignet sich für High-End und Low-End – perfekt für mobiles Gaming und die Next-Gen-Plattformen.”

Wir erinnern uns, dass auch Fortnite dieser Sprung von der Konsole auf mobile Endgeräte gelungen ist und man sich dabei auch auf Unreal verließ. Das macht Hoffnung für eFootball, wenngleich es spannend bleibt: Entgegen Fortnite handelt es sich bei eFootball schließlich um eine äußerst realistische Fußballsimulation. Da dürfte die Herausforderung eine andere sein.

Aber es dreht sich bekanntermaßen nicht alles immer nur ums Aussehen. Wie wird sich eFootball eigentlich auf dem Spielfeld schlagen? Mit dem Umstieg von Konamis FOX Engine auf Unreal eröffneten sich dem Team völlig neue Möglichkeiten. Dazu gehörte auch, sich nochmals damit zu beschäftigen, wie sich das Spiel anfühlen sollte.

Über alle Änderungen möchten die Verantwortlichen bei Konami noch nicht sprechen, aber zu den grundlegenden Veränderungen gehören unter anderem einige klassische Einstellungen. “Die Ballkontrolle ist in diesem Jahr neu”, so Kimura. “Sie zieht nun einen Vorteil aus dem R2/RT-Button, womit die Stärke der Ballberührung frei gesteuert werden kann. Und Knock-On führt zu sofortigen, starken Berührungen. Da sich das Dribbeln vor allem gegen einen Verteidiger richtet, haben wir auch einige neue Elemente für die defensive Kontrolle hinzugefügt, wie zum Beispiel Match-Up und “Physical Defending.

Um zu verstehen, wie die besten Spieler der Welt spielen, haben wir Andres Iniesta und Gerard Pique als Berater an Bord geholt und sie um ihren Rat gebeten. Es handelte sich um eine große Entscheidung, die Steuerung zu ändern, an die die Spieler*innen gewohnt sind, aber das machte den Kampf um den Ball realistischer und reflektiert auch die Absichten der Spieler*innen besser.

Auch neu gedacht wurde das Spiel selbst. Player vs. Player-Matches stehen nun im Mittelpunkt. Player vs. Computer eher weniger. Wir machen die Spiele, sodass die Leute Spaß daran haben können gegen andere anzutreten. Das macht mehr Freude als gegen eine KI anzutreten”, erklärt Kimura. “Wir glauben daran, dass die 1v1-Offensive und -Defensive, die wir auf diese Weise umgesetzt haben, die größte Innovation von eFootball ist.

Wie Kimura sagt, handelt es sich hierbei nicht um ein neues PES. Wir hoffen, dass Fußballfans weltweit ein komplett neues Spiel genießen werden, nicht ein einfaches Update dessen, was zuvor war.”

Während Kimura ausführlich über diese Aspekte redet, schweigen er und das Team sich zu anderen Fragen aus, so auch dazu, ob lizensierte Clubs spezifische DLCs erhalten, wie und ob der MyClub auf das Free-to-Play-Format angepasst wird, und weiteres.

Deutlich wird dagegen, dass die eFootball-Version, die wir zum Release im Herbst erhalten, wird nicht das eFootball sein, das wir im kommenden Jahr spielen werden – oder in den darauffolgenden Jahren. Konami entwickelt ein Spiel, das in Zukunft auf verschiedene Weisen mit Updates versorgt werden wird.

Wie PES wird sich auch eFootball mit wöchentlichen Live-Updates an den Ereignissen aus der Welt orientieren und zum Beispiel Transfers widerspiegeln. Laut Kimura dürft euch außerdem auf In-Game-Kampagnen freuen. Was genau euch in diesem Fall erwartet, verriet er aber ebenso nicht. Vermutlich handelt es sich dabei um Turniere, die über einen begrenzten Zeitraum ausgerichtet werden, denn insgesamt wird eFootball auch auf große Veränderungen deutlich schneller reagieren können.

Zwar wird künftig nicht jedes Jahr ein neues Spiel an den Start gehen, jedoch könnt ihr natürlich damit rechnen, dass Konami auch künftig jährlich neue Inhalte zur Verfügung stellt und ebenso neue Funktionsupdates für eFootball ausliefert. Das Plattform-Modell bietet uns die Möglichkeit, bedeutende Updates, sofern es angebracht ist, unregelmäßig auszuliefern, ohne die Fans darum bitten zu müssen, ein neues Spiel herunterzuladen.

Wer sich noch an Zeiten erinnert, in denen man ein komplettes Team auch im Pinguinkostüm antreten lassen konnte, wird allerdings enttäuscht. Laut Kimura gibt es derzeit keine Pläne, solche Spielereien umzusetzen. Sollte es die Nachfrage dafür jedoch gegeben sein, so könnte dies Teil der zukünftigen Roadmap werden.

Fest steht bei diesem Konzept jedenfalls auch: Ohne jedes Jahr wieder Geld für ein neues Spiel kassieren zu können, muss eFootball den Ansprüchen der Fans gerecht werden. Konami muss reagieren, wenn man mit eFootball auch langfristig Erfolg haben möchte. Selbst wenn das bedeutet, Pinguin-Outfits ins Spiel zu integrieren.

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